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Gesetzliche Krankenversicherung

Ärztin im Wartezimmer mit Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung

Was ist die Gesetzliche Krankenversicherung?

Als Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems sind fast 90 % der Deutschen Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Träger der GKV sind die Krankenkassen. Jeder Arbeitnehmer, der mehr als 450,00 Euro im Monat verdient und dessen Einkommen unterhalb der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt, muss bei der GKV angemeldet sein. Die Versicherungspflichtgrenze wird vom Gesetzgeber jedes Jahr neu festgelegt. Sobald ein Arbeitnehmer die Grenze mit seinem Gehalt überschreitet, kann er entweder freiwillig Mitglied in der GKV bleiben oder er meldet sich bei einer privaten Krankenversicherung (PKV) an. Weitere Pflichtmitglieder in der GKV sind Auszubildende und Studenten, auch wenn sie kein Geld verdienen. Auch Rentner und Bezieher von Arbeitslosengeld I und II sind über die GKV krankenversichert. Nicht berufstätige Männer und Frauen sowie Kinder werden über ihren Ehepartner beziehungsweise Vater oder Mutter im Rahmen der Familienversicherung kostenlos in der GKV mitversichert.

Kann ich mir die Versicherungsgesellschaft aussuchen?

Jeder Versicherte kann sich seine Krankenkasse frei aussuchen und auch die Kasse wechseln. Dazu muss ein Kündigungsschreiben mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende an die bisherige Krankenkasse verschickt werden. Nach dem Wechsel muss der Versicherte mindestens 18 Monate Mitglied bei der neuen Krankenkasse bleiben. Die Beiträge sind für alle Krankenkassen gesetzlich vorgeschrieben und damit gleich hoch. Allerdings berechnen einige Kassen einen Zusatzbeitrag. Wird dieser Beitrag neu eingeführt, besteht für die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von zwei Monaten nach Einführung des Zusatzbeitrages. Dieses Recht auf vorzeitige Kündigung haben auch neue Mitglieder, die noch keine 18 Monate bei der Krankenkasse versichert sind.

Wer zahlt die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung

Die Beiträge für die GKV werden vom Arbeitgeber einbehalten und an die Versicherung überwiesen. Der Arbeitnehmer zahlt 8,2 % seines Bruttoeinkommens als Beitrag zur GKV, während der Arbeitgeber 7,3 % übernimmt. Die Leistungen der GKV sind gesetzlich vorgeschrieben. Sie umfassen Kontrolluntersuchungen, Standardimpfungen, Therapien, Krankenhausaufenthalte mit Unterbringung im Mehrbettzimmer, Arztbehandlungen sowie die Kosten für bestimmte Medikamente. Die Leistungen erfolgen als Sachleistung oder Dienstleistung, für die die Versicherten nicht in Vorleistung treten müssen. Arzt, Krankenhaus oder Apotheke rechnen direkt mit der zuständigen Krankenkasse ab.